Hier gehts rund - Kugellager

Was für den Maschinenbau gut ist, kann für Fahrräder nicht schlecht sein. Darum habe ich hier entsprechende Infos zusammengestellt.

Je nach Fahrradtyp (Mountainbike, Tourenrad, ...) und Ausführung (Vollgefedert, Hardtail, ...) und auch Laufradherstellern (Shimano, DT-Swiss) finden sich verschiedenste Lager im Einsatz. Shimano z. B. verwendet für seine Naben Konuslager, die aus Lagerschale, Kugeln, Konus und Kontermutter bestehen. Bei diesem Lagertyp kann man die Kugeln einzeln wechseln und das Lagerspiel über eine Kontermutter auf der Achse einstellen.

Bei, "meiner Meinung nach" wink hochwertigen Rädern und Fahrwerkskomponenten, kommen jedoch Industrie(Rillen)kugellager zum Einsatz.

So z. B. bei meinem BMC-Mountainbike als Rahmenlager und in den Naben meiner DT-Swiss Laufräder, die ich für meine Fahrräder favorisiere.

Der Vorteil von Industriekugellagern sind die geringeren Toleranzen, der bessere Schutz vor Schmutz und die deutlich höhere Lebensdauer = Laufleistung, was in Summe zu einem deutlich geringerem Rollwiderstand und somit zu mehr Fahrspaß führt. Diese Lager müssen als Einheit getauscht werden, rumfreggeln an den Kugeln geht hier nicht.
Da in der Regel verschiedene Größen und Bauformen von Kugellagern zum Einsatz kommen, bieten die Hersteller oft komplette Lagersätze für den Austausch an.
Bei meiner alten Mühle hatte ich jedoch erhebliche Schwierigkeiten die Lager zu bekommen.
Erstklassige Unterstützung und Beratung bekam ich über www.riderzone.de. Ein kompetenter und zuverlässiger Onlineshop, der sich auf Radsportzubehör und Technik spezialisiert hat.
Sonst gibt es auf meiner Seite keine Werbung, aber hier mach ich gerne eine Ausnahme!!!

Allgemeines zu Kugellagern
ABEC, DIN oder Aküfi?

ABEC = Annular Bearing Engineers Committee.
DIN = Deutsches Institut für Normung e.V.
ISO = Internationale Föderation der Nationalen Normenorganisation.
Aküfi = Abkürzungsfimmel

Die ABEC/DIN/ISO- Klassen werden häufig mit dem Begriff "Qualität" in Verbindung gebracht. Es handelt sich aber um "Toleranzqualitäten". Die Toleranzklasse gibt die Maßgenauigkeit, Formgenauigkeit und Laufgenauigkeit an. In den einschlägigen Normen wie z.B. DIN 620, DIN 625 oder ISO 15 sind die Abmessungen und Toleranzen festgelegt. Diese beschreiben die Form und Laufgenauigkeiten.
Die Toleranzklasse P0 weist die Standardtoleranzwerte aus; P6 bzw P5 etc. sind höhere Genauigkeitsklassen nach DIN 620.
Eine vergleichbare Einstufung erfolgt nach amerikanischem Standard (ANSI).
DIN 620 P0 P6 P5 P4
ANSI ABEC-1 ABEC-3 ABEC-5 ABEC-7
Lagerbezeichnung

Die vollständige Lagerbezeichnung setzt sich zusammen aus

  1. Vorsetzzeichen,
  2. Basiskennzeichen und
  3. Nachsetzzeichen.

Vorsetzzeichen sind im allgemeinen Hinweise auf Sonderausführungen.
Rostfreie Werkstoffe werden z.B. mit dem Kürzel SS für Stainless Steel gekennzeichnet.

Das Basiskennzeichen gibt Auskunft über die Lagerreihe (erste zwei Ziffern) und Bohrung (letzte zwei Ziffern).
Das Bohrungsmaß ist ab Kennziffer 04 der 5-fache Wert der Bohrungskennziffer, z.B. ist bei 6208 die
Bohrung d = 40 mm groß.
Ausnahmen sind hier durch Schrägstriche vor der Kennziffer erkennbar.
Bei einigen kleinen Rillenkugellagern werden Bohrungsduchmesser <10mm unverschlüsselt in mm angegeben und direkt an das Zeichen für Lagerart und Maßreihe angehängt.
s. auch http://www.tabelle.info/kugellager_tabelle_nach_kugellagerserie.html

Als Nachsetzzeichen werden z.B. Käfigausführungen, Deck-/Dichtscheiben usw. verschlüsselt.
Die häufigsten Nachsetzzeichen sind nachfolgend aufgeführt:

Z - Deckscheibe Metall einseitig
ZZ - (oder 2Z) Deckscheibe Metall beidseitig
RS - Berührende Dichtscheibe Kunststoff einseitig
2RS - Berührende Dichtscheibe Kunststoff beidseitig
RZ - Nicht-Berührende Dichtscheibe
N - Ringnut im Aussenring, ohne Sprengring
NR - Ringnut im Aussenring, mit Sprengring
ZV - verlängerter Innenring, Sonderausführung
TNGH - glasfaserverstärkter Kunstoffkäfig
M - Messingkäfig
SP - Spezielle Genauigkeitsklasse
FE - Flange Extended

C2 - Radialluft kleiner als normal
C3 - Radialluft größer als normal
C4 - Radialluft größer als C3
P6 - Genauigkeitsklasse 6
PX - (n) Sondertoleranzen
L - (n) Schmierfett, z.B. L1 Shell Alvania No.2
VZ - Verzinkte Oberflächen

... und so werden sie hergestellt (Quelle: youtube)

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