Stoneman Miriquidi

Vitaminsaft trinkend und virtuell im Internet bikend, wurde ich auf den Stoneman Miriquidi aufmerksam. Nur durch den Vitaminsaft kann ich mir meinen Entschluss erklären, den Stoneman zu fahren.

Weitere Recherchen über den Stoneman Miriquidi und das Erzgebirge festigten den Plan.

Seit August 2013 hat mich das MTB-Fieber wieder gepackt. Durch den Wald zur Arbeit und kleinere Touren komme ich auf etwa 4500km im Jahr. Da das als Vorbereitung für einen alten Mann nicht ausreicht, wurde zusätzlich einmal die Woche eine Muckibude aufgesucht und die Geräte benutzt.

Stoneman MiriquidiErzgebirge rockt 

Es stellte sich auch die Frage "Wann ist der beste Zeitpunkt?" Die Wetterstatistik aus 2014 zeigte, dass Ende Mai und Anfang Juni die Regenwahrscheinlichkeit am geringsten war.

Wetterstatistik

Nach dem Körper kam als nächstes das Bike dran. Lateinisch "Miriquidi silva" bedeutet zu Deutsch „Dunkel-, Finsterwald“, daher habe ich einen schönen Scheinwerfer angebaut. Auch die errechnete Fahrtzeit von 17 Stunden deutet darauf hin, dass ich auch früh am Morgen und Nachts unterwegs sein werde (Nicht zuletzt um die Kondition auszugleichen).

BMC Trailfox03 BMC Trailfox03

Dazu wurden die Decken gegen Neue getauscht, die Bremsbeläge gewechselt und der Antrieb gewartet.

Unter der Satteltasche wurde das Ersatzteillager angeflanscht:

  • Ersatzschlauch + Flickzeug
  • Schaltzug
  • Schaltauge (habe mir mal auf einer Tour eins zerlegt)
  • Kettenniete
  • Alien III
  • ...

Gabel- und Luftpumpe kamen in den Rucksack (Deuter Trans-Alpin 30). Dort wurden dann auch

  • diverse Müsli-Riegel
  • Äpfel
  • Schokolade
  • Trinkblase (2l) + 2 Trinkflaschen a 0,5l
  • Regenjacke
  • Erste Hilfe Set
  • Ersatzakku fürs Navi

gebunkert. Auf Gel- und Energieriegel habe ich verzichtet, dafür habe ich mein Getränk selber gemixt:

  • 1 Liter Wasser
  • 50g Maltrodextrin
  • 1,5g Himalayasalz (auf keinen Fall mehr)
  • 1 zerstoßene Tablette Magnesium
  • 1 zerstoßene Tablette Kalzium + D3

und als "Belohnung" (geplant nach 100km) eine Dose Cola ;o)

Die Gipfel mit Stempelstelle

Einen ersten Eindruck über einzelne Abschnitte kann man sich über diverse Webcams verschaffen:

Bei einer erwarteten Fahrtzeit von 17 Stunden und ca. 450 km Anreise schien es mir sinnvoll, 3 Tage für das Vorhaben einzuplanen:

  • 1.06. Anreise und Vorbereitung vor Ort
  • 2.06. Biken und überleben
  • 3.06. Aufbereitung des Körpers und Rückfahrt
  • 4.06 Feiertag ;o) und Körperpflege

Nach einigem hin und her entschied ich mich für das Sporthotel Rabenberg als Unterkunft. Dort buchte ich dann auch das "Stoneman Starterpaket Gold". Am Rabenberg hat mich natürlich auch der Bikepark interessiert.

Rabenberg Rabenberg

Die Unterkunft, das Hotel und der Bikepark waren super. Die Eingeborenen ware ebenfalls sehr nett und gastfreundlich!!! Den Sportpark Rabenberg kann ich daher uneingeschränkt empfehlen. INSBESONDERE DAS FANTASTISCHE FRÜHSTÜCK!!!

 

2. Juni 2014, 03:40 Uhr in Deutschland, der Wecker klingelt. Nach einer kurzen Phase der Desorientierung

  • wo bin ich
  • wer bin ich
  • warum bin ich (hier)
  • aufwachen,

taumelte ich zur Rezeption. Dort wurde mir dann die Stempelkarte ausgehändigt und die Startzeit (04:25 Uhr) eingetragen.
Ab jetzt hieß es nur noch: "Folge der Fährte".

Los gehts Folge der Fährte

Zur Sicherheit (ich kenne mich ja) habe ich die Strecke als GPX-Datei noch auf mein Garmin Oregon 600 geladen, auf dem ich die Tour auch aufzeichne.

Grundsätzlich war die Beschilderung sehr gut, trotzdem empfehle ich ein Navi mitzunehmen. Lustigerweise habe ich aber wegen der GPX-Strecke einen unnötigen Abstecher nach Oberwiesenthal gemacht. Das Navi meinte ich müsste dorthin :o)
Grund dafür ist, dass Oberwiesenthal der "offizielle" Start- und somit auch Endpunkt der Tour, ist. Wer die Tour woanders startet muss dort natürlich nicht hin tongue-out

War ne tolle Abfahrt - aber dann die Steigung auf dem Rückweg...

Ride on! Man bekommt im Starterpaket ein Karte, die an jedem Gipfel gelocht werden muss. Ich wollte aber direkt am Rabenberg nicht als erstes lochen, da ich ihn ja noch nicht hochgegurgt war - Ehrensache ;o)
Der für mich erste Abschnitt führte durch einen Teil des Bikeparks am Rabenberg, was bei Dunkelheit ein noch größerer Spaß war.
Dann also weiter zum Auersberg. Das Wetter widersprach der Statistik, es war kalt, stürmisch und regnete ein wenig. Die Landschaft tröstete über das Wetter hinweg.

Das erste Mal die Karte zu stempeln war eine tolle Sache laughing

AuersbergAuersberg

Auersberg

Weiter ging es dann zum Blatenský vrch und damit nach Tschechien. Am Grenzübergang war um 7:00 Uhr noch völlig tote Hose, im Wald dagegen wurde fleißig gearbeitet. Vermutlich aufgrund der Baumfällarbeiten war die Beschilderung des Weges für mich nicht mehr nachvollziehbar und ich fuhr nach Navi. Der Weg wurde teilweise durch einen Fluss begleitet, in dem frisches und kaltes Wasser sprudelte - zum Glück nur noch da - denn es regnete nicht mehr.

BlatenskyBlatensky

BlatenskyBlatensky

BlatenskyBlatensky

Geschafft, die zweite Bohrung auf der Kontrollkarte! Jetzt ging es weiter zum Plešivec, den ich um kurz nach 8 Uhr "schnell" erreichte.

PlesivecPlesivec

PlesivecPlesivec

PlesivecPlesivec

Plesivec

Karte gelocht, etwas getrunken und dann ging es weiter zum Klinovec auf 1244m und damit auf den höchsten Gipfel. Die Abfahrt vom Plešivec war super, hier erreichte ich laut Navi 65 km/h laughing
Der Weg zum Klinovec zog sich allerdings ganz schön hin und war kräftezehrend. Es gab auch noch ein Gipfel ohne "Ruhm" = ohne Stemplepunkt, den man ebenfalls überwinden musste.

KlinovecKlinovec

KlinovecKlinovec

KlinovecKlinovec

KlinovecKlinovec

KlinovecKlinovec

KlinovecKlinovec

KlinovecKlinovec

KlinovecKlinovec

KlinovecKlinovec

Der Weg an sich und die Aussicht ließen die Strapazen jedoch vergessen. Somit war der letzte Gipfel in Tschechien "überfahren" und es ging wieder Richtung Deutschland auf den Fichtelberg.

FichtelbergFichtelberg

FichtelbergFichtelberg

Fichtelberg

Von hier ging es über Oberwiesenthal (914m) auf den Bärenstein. Unfreiwillig (blind dem Navi folgend) machte ich hier einen unfreiwilligen Abstecher in den Ort Oberwiesenthal.
Wie bereits am Anfang beschrieben, ist Oberwiesenthal der offizielle Startpunkt der Strecke. Logischerweise muss man hier nicht hin, wenn man woanders startet.
Da mir das nicht klar war und ich Angst hatte einen Stempelpunkt zu verpassen, irrte ich in Oberwiesenthal herum, bis ein freundlichen Eingeborener mich aufklärte yell

zum Bärensteinzum Bärenstein

Kurz nach Oberwiesethal habe ich zwei Biker getroffen, die den Stoneman in drei Tagen fuhren. Angesichts der Landschaft die vernünftigere Alternative ;o) und in jedem Fall lohnenswert. Entscheidend ist dabei das Wetter, das mittlerweile optimal für den Stoneman war! Der Bärenstein erwartet einen auch mit einem saftigen Anstieg, lädt dann aber auch zum Verweilen ein.

zum Bärensteinzum Bärenstein

zum BärensteinBärenstein gelocht

BärensteinBärenstein

Wie immer nach einem "schönen" Anstieg ging es wieder "schön" bergab. Langsam meldeten sich meine Hände und wollten nicht mehr in die Bremsen greifen ;o) damit habe ich nicht gerechnet!
Brauchten sie dann auch nicht mehr, denn wie immer nach schnellen, steilen und langen Abfahrten folgte die Quittung bergauf auf dem Weg zum Pöhlberg.

zum Pöhlbergzum Pöhlberg

zum Pöhlbergzum Pöhlberg

zum Pöhlbergzum Pöhlberg

zum PöhlbergPöhlberg

zum PöhlbergPöhlberg

Hier traf ich auch noch einen Leidensgenossen, der den Stoneman in silber fuhr ;o) ... und nach der Lochung und einem Plausch ging es dann weiter Richtung Scheibenberg.

zum Scheibenbergzum Scheibenberg

zum Scheibenbergzum Scheibenberg

zum Scheibenbergzum Scheibenberg

zum Scheibenbergzum Scheibenberg

zum Scheibenbergzum Scheibenberg

zum Scheibenbergzum Scheibenberg

zum ScheibenbergScheibenberg

Dort angekommen machte ich die zweite Pause und ließ einen halben Liter Wasser verdunsten.

Jetzt "nur" noch zurück zum Rabenberg und es war geschafft. Diese letzte Etappe war der längste - und wurde auch der schwerste Abschnitt.

Letzte Etappe 

Der Ausblick auf eine Dusche und ein schönes Bett motivierten mich noch einmal - zumindest im kopf - denn der Körper war schon ziemlich platt tongue-out

zum Rabenbergzum Rabenberg

zum Rabenbergzum Rabenberg

zum Rabenbergzum Rabenberg

zum Rabenbergzum Rabenberg

zum Rabenbergzum Rabenberg

Der Weg zur Dusche führte ein letztes Mal über zahlreiche Schotterwege durch die fantastische Landschaft des Erzgebirges.

Einfach nur schön

Im Dunkeln gestartet und im Dunkeln angekommen: langsam setzte die Dämmerung ein. Auf den letzten 30km hoffte ich schon hinter jeder Biegung das Sporthotel Rabenberg zu sehen - stattdessen sah ich immer neue Anstiege. Zugegebenermaßen musste ich jetzt an der einen oder anderen Steigung auf Allrad umschalten. Vor dem Rabenberg führte die Strecke noch durch einen Teil des Bikeparks über heftige Wurzelfelder, die geben einem - insbesonderen den Händen - dann endgültig den Rest :o)

 

... und dann endlich - um 21:50 Uhr - letzte Bohrung am Rabenberg - bekam ich das Ziel der Begierde:

YES

  • Mein BMC-Trailfox 03 hat, inklusiver aller Anbauteile durch und dichtgehalten
  • Die Vorbereitung waren "gold"richtig laughing
  • Womit ich nicht gerechnet habe: Die extreme Belastung der Hände!!!

Das Garmin-Ergebnis:

Tourdaten

Es war eine super Tour und ein schönes Erlebnis! Eigentlich ist es aber viel zu schade durch diese Landschaft in 24 Stunden zu "rasen", man könnte und sollte sich ruhig die 3-Tage Tour gönnen.

Hiermit möchte ich mich bedanken für die Erlaubnis zur Verlinkung diverser Seiten:

 ... und natürlich bei dem Stoneman-Team für die Organisation und die Arbeit an der Strecke!!!

Hier die Strecke

 

 

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